Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Riedering  |  E-Mail: info@riedering.de  |  Online: http://www.riedering.de

Kurzfassung der Ortschronik

und Beschreibung der historischen Bauten

Das Gebiet des Inn- und Chiemgaus ist uralter Siedlungsboden. Zahlreiche archäologische Funde beweisen, dass diese Gegend bereits 1000 v. Chr. bewohnt war. Riedering ist eine keltische Gründung und zählt zu den ältesten Orten Oberbayerns. Als "Hrodheringas" wurde es bereits 788 n. Chr. urkundlich erwähnt. 1180 ist Graf Siboto von Neuburg und Falkenstein Vogt zu "Ruetheringen". Später gehörte der Ort zur Hofmark Neubeuern (unter den Freiherren von Thurn und den Grafen von Preysing). Die Urpfarrei Riedering untersteht seit Mitte des 12 Jahrhundert dem Augustiner-Chorherrnstift Herrenwörth (bis zur Säkularisation), war jedoch noch bis 1612 meist von Weltpriestern besetzt. Im 30-jährigen Krieg hatte auch die Bevölkerung von Riedering viel zu leiden (Pest, Brandschatzung, Schwedeneinfall 1648), ebenso im spanischen und österreichischen Erbfolgekrieg. Nach 1860 erfolgte die Bildung der Gemeinde Riedering, 1808 gehörten von den 32 Höfen 18 zur Hofmark Neubeuern, 12 zum Rentamt Rosenheim und je einer zur Hofmark Hartmannsberg und zur Pfarrei Stephanskirchen.

 

Die Haupterwerbszweige sind die Landwirtschaft und der Mittelstand. Durch die landschaftlich reizvolle Lage gewinnt der Fremdenverkehr immer mehr an Bedeutung. Nach der Eingliederung der ehemaligen Gemeinden Neukirchen am Simssee, Pietzing und Söllhuben (1. Mai 1978) hat die Gemeinde ca. 5.500 Einwohner, besteht aus 72 Ortsteilen, liegt zwischen 470 und 654 m über dem Meer und umfasst eine Fläche von 3794 ha.

 

Die frühere romanische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde im 15. Jahrhundert durch einen spätgotischen Neubau ersetzt (um 1720 barockisiert). Unter Verwendung der Chormauern und des Turms wurde 1858 die Kirche neu errichtet. Nach Architektur, Ausmalung und Einrichtung gilt die Kirche als geschlossenster und künstlerisch einprägsamster neuromanischer Bau des Landkreises.

 

Das kleine Dorf Gögging, auf einer Anhöhe nordwestlich des Tinninger Sees, um 1180 als "Kekingen" erstmals urkundlich erwähnt, war ursprünglich Sitz eines gleichnamigen Ministerialengeschlechtes. Im 14. Jahrhundert ging es an die Zaiseringer über (1363 nennt sich Heinrich "der Zaizzeringer von Gecking"). Die Filialkirche St. Andreas und Vitus (ursprünglich Burgkapelle) wurde im 15. Jahrhundert neu errichtet und 1842 teils umgebaut. Schöner frühbarocker Hochaltar.

 

Neukirchen am Simssee war bis 1978 selbstständige Gemeinde mit ca. 650 Einwohnern. Das Dorf, bis 1950 nur aus Kirche, Mesnerhaus und Schule bestehend, liegt in aussichtsreicher Höhenlage über dem Ostufer des Simssees. Es wurde als "Niuunchircha" 924 erstmals urkundlich erwähnt. Die Filial- und Wallfahrtskirche Maria Stern und St. Johann-Baptist dürfte bereits im 9. Jahrhundert bestanden haben. Neubau um 1450. Im Jahre 1710 feierliche Übertragung des Gnadenbildes Maria Stern (aus der Pfarrkirche Riedering).

 

Pietzing war bis 1978 selbstständige Gemeinde mit ca. 500 Einwohnern. Der auf aussichtsreicher Anhöhe gelegene Weiler Pietzenkirchen wurde bereits 924 als "Piecinga ecclesia" urkundlich erwähnt und gehört seit dem Spätmittelalter zum Pflegegericht Rosenheim. Die Kirche St. Stephan und Laurentius (romanisch-gotisch mit Barockausstattung), eine Filiale der Kuratie Hirnsberg (Pfarrei Söllhuben), wurde 1882 bis auf den Turm abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Seit 1750 Wallfahrt zur Hl. Anna. Von Bedeutung für den Ort und seine Umgebung ist der alljährlich stattfindende Leonhardiritt.

 

Söllhuben war bis 1978 selbstständige Gemeinde mit ca. 950 Einwohnern. Der Ort wurde bereits 924 als "Selihoba" und 931 als "Solohobon" urkundlich erwähnt und war vor der Vereinigung mit dem Herrschaftskomplex Hohenaschau ein eigener Niedergerichtsbezirk. Die Urpfarrei Söllhuben hatte im Mittelalter eine größere Bedeutung und gehörte bis 1807 zur Diözese Chiemsee. Eine Kirche wird bereits Anfang des 10. Jahrhunderts bezeugt. Die jetzige Pfarrkirche St. Rupert und Martin wurde 1766 anstelle einer gotischen Kirche erbaut (wahrscheinlich nach einem Entwurf von J.M. Fischer). Ansprechende Innenausstattung. Altäre 17. und 18. Jahrhundert.

 

Berühmte Persönlichkeiten der Gemeinde:

  • Annette Thoma (1886 - 1974)

Die Hauserin des Volkstums - schuf die Bauernmesse

  • Die Riederinger Sänger

Josef Staber (Huagl Sepp), Peter Staber (Huagl Peter), Franz Steinberger (Summer von Stetten), Sebastian Staudacher (Kramer von Thalham), Georg Staber ( Huagl Schorsch)

  • Brückner Maximilian

Schauspieler (Jedermann, Salzburg, als Boandlkramer im Volksstück "Brandner Kaspar und das ewig´ Leben", Kommisar, Kulturpreis der Stadt Rosenheim)

  • Die jungen Riederinger

(Hirtenspiel nach Annette Thoma, Jedermann, Brandner Kaspar und das ewig´ Leben)

  •  Helfrich Bernd mit seinem Chiemgauer Volkstheater
  •  Francel Mulo (Musiker der Gruppe Quadro Nuevo)
  • Kern Andreas (Leiter des Tegernseer Theaters)

 

drucken nach oben